
Israelische Soldaten, Quelle: manfred_laue/Flickr.com
Laut einer neuen Studie werden homosexuelle Soldaten in der israelischen Armee diskriminiert und gemobbt. Zwar ist es für Homosexuelle, seit nun 18 Jahren möglich in die Armee einzutreten, doch die Akzeptanz von Seiten der Armee selbst, ist noch nicht spürbar. Die Homo-Gruppe Israeli Gay Youth (IGY) hat schwule und lesbische Soldaten nach Ihren Erfahrungen in der Armee befragt. Die Zahlen sind erschreckend. Rund 40 Prozent der Befragten gaben an, sie würden wegen Ihrer Sexualität verbal angegriffen werden. Rund 20 Prozent wurden bereits körperlich attackiert. Auf diese Übergriffe wird jedoch von Seiten der Vorgesetzten nicht reagiert. Hierbei würden diese die Augen vor dem Mobbing verschliessen.
Nach außen wird jedoch das Bild abgeliefert, als ob die israelische Armee keine Probleme mit Mobbingfällen hätte. Auf die Nachfrage der IGY beim Militär, was dieses zu tun gedenkt, antwortete das es, es gäbe sowohl keine Probleme als auch, die Männer und Frauen wären wären in der israelischen Armee aufgeklärt. Trotz alledem muss das Militär auf die Übergriffe eingehen und diese ernst nehmen. Eine Armee kann sich eine schlechte Moral nicht erlauben, dafür sind alle aufeinander zu angewiesen, als dass man sich Mobbing erlauben könnte.
Noch vor ca. 30 Jahren hat das Militär Soldaten und Soldatinnen aus dem Dienst entlassen, sobald bekannt wurde, dass sie homosexuell sind. In den Jahren darauf wurden sie dann nicht mehr suspendiert, aber ihre Karrierechancen waren sehr eingeschränkt. Es kam kaum vor, dass Homosexuelle befördert wurden.
Anfang der 90er Jahre kamen Beschwerden auf das Militär zu, so dass sie sich dieser Problematik nicht entziehen konnten. Als dem Reserveoffizier und Tel Aviver Professor Uzi Even sein Rang, aufgrund seiner sexuellen Orientierung aberkannt wurde, schaltete sich die Regierung ein. Fortan durften Schwule und Lesben in die Armee eintreten und sollten nicht mehr diskriminiert werden.
Doch was gesetzlich seit Jahren festgeschrieben ist, scheint bei den Soldaten noch nicht angekommen zu sein. Es wird Zeit, dass sich die Armee und ihre Soldaten ändern.