Vor kurzem war der Papst in Deutschland und unter anderem in Berlin. Dies war ein riesiges Medienereignis und brachte auch viele kritische Stimmen mit sich. Hinzu kam ein unglaublich hohes Sicherheitsaufkommen, was die Anwohner der betroffenen Zonen ziemliche Einschränkungen erlebenließ. Doch noch bevor der Papst überhaupt nach Berlin kam, geschah in Berlin etwas historisch noch nie dagewesenes, bei dem es eigentlich schade ist, dass es kaum Anklang in den Medien fand.

Es trafen sich der Erzbischof von Berlin Rainer Maria Woelki und Vorstandsmitglied Bodo Mende. Nun mag man sich fragen was daran so historisch sei, denn ein Erzbischof wird sich doch sicherlich häufiger mal mit Vorstandsmitgliedern treffen. Doch in Bezug auf die katholische Kirche handelte es sich hier um ein ganz besonderes Vorstandsmitglied. So ist Bodo Mende Vorstandsmitglied des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin Brandenburg. Da die Haltung der katholischen Kirche gegenüber Homosexualität weitreichend bekannt ist, dürfte nun klar werden warum dieses Treffen historisch war. Immerhin hat sich noch kein anderer Erzbischof mit dem LSVD auseinander gesetzt. 

So redeten Mende und Woelki offen über dieses Thema. Von Seiten Mendes ging es dabei vor allem darum, dass man die Kirche doch einfach Homosexuellen akzeptieren solle und nicht mit Diskriminierung gegen diese vorgehen solle. So wurde klar angesprochen, dass man es nicht gut heißen kann, das Mitarbeiter der Kirche welche sich als homosexuell outen mit einer Kündigung rechnen müssen.

Woelki war es auf der anderen Seite sehr wichtig, dass der LSVD, welcher mit zu den Organisatoren der Anti-Demos zum Papstbesuch gehört sich trotzdem respektvoll gegenüber dem Papst verhält und die Demonstrationen in einem friedlichen Ausmaße halten solle.

Im Anschluss sagten beide, dass sie begeistert über die Gespräche gewesen seien und dies als Meilenschritt in Kommunikation zwischen Kirche und Homosexuellen betrachten würden.

Hinterlasse eine Nachricht