Quelle: Time for Climate Justice/Flickr.com

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Im vergangenen Jahr sorgte das Buch des damaligen Berliner SPD-Finanzsenators für die meisten Schlagzeilen und hitzigsten Diskussionen im Land: Die Rede ist natürlich von Thilo Sarrazins “Deutschland schafft sich ab”, das sich mit der Integrationspolitik Deutschlands beschäftigt und mit provokanten und radikalen Thesen aufwartet. Auch bei Interviews verhielt sich der ohnehin schon wenig beliebte Politiker eher nicht im Sinne der “political correctness”: Er bachte Zuwanderer in Verbindung mit der seiner Meinung nach immer dümmer werdenden Bevölkerung und warf ihnen vor, nichts weiter als ständig neue Kinder mit Kopftuch zu machen. Das führte dazu, dass einige SPD-Genossen um den Ausschluss Sarrazins aus der Berliner SPD kämpften – vergeblich.

Nun legt auch Berlins alter und neuer Bürgermeister, der charismatische SPD-Mann Klaus Wowereit, ein Buch über Integration vor, das unter anderem Antwort und Kritik von “Deutschland schafft sich ab” ist. Wowereit sieht viele Dinge optimistischer, das lässt auch schon sein Titel “Mut zur Integration” erahnen. Darin plädiert er für ein “neues Miteinander” und führt aus, dass während es Sarrazin um Spaltung ginge, er um Zusammenhalt und Gemeinschaft kämpft.

So eine Steil-Vorlage lässt sich natürlich Sarrazin nicht engehen: Er bezeichnete Wowereits Integrations-Buch als “Schönwetter-Mutmachfibel” und kritisiert das fehlende Niveau des Textes. Unter anderem findet Sarrazin sehr peinlich, dass sich Wowereit selbst einen Migrationshintergrund andichte, da Wowereits Mutter in Ostpreußen aufgewachsen sei. Er, dessen Wurzeln in England, im Burgund und in Polen lägen, käme gar nicht erst auf eine solche Idee – schließlich sei er in Recklinghausen aufgewachsen und folglich Westfale.

Trotz der vielen Vorurteile gegen Einwanderer oder Türken im Besonderen zieht es dennoch viele Deutsche regelmäßig an den Bosperus oder die türkische Riveria. Unternehmen wie Emlak: Türkische Immobilien haben unter ihren Kunden nicht selten vor allem Bundesbürger. Dann drehen sich die Stereotype endlich einmal um und der Deutsche ist plötzlich der Fremde unter Türken: Schließlich sind wir alle Ausländer.

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