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  Arzner, Dorothy:
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Dorothy Arzner wird am 03.01.1900 als Tochter eines Restaurantbesitzers in San Francisco geboren. Ihr erstes Geld verdient sie im Restaurant ihres Vaters. Mit 17 fährt sie einen Ambulanzwagen durch den ersten Weltkrieg, beginnt danach ein Medizinstudium, das sie aber abbricht, als man ihr 1919 einen Job bei Famous Players Lasky als Stenotypistin anbietet. Dort herrscht Mangel an Arbeitskräften als Folge der großen Grippewelle. Sie steigt bis zur Filmcutterin auf und wird Leiterin der Schnittabteilung bei Realart Studio, einer Tochterfirma von Famous Players Lasky, die inzwischen Paramount heißt.
Ihre bekanntesten Arbeiten als Cutterin sind "Blood and Sand" (1922, unter der Regie von Fred Niblo), in dem sie Rudolpho Valentino und dokumentarisches Material von Stierkampfszenen zwischenschneidet, und "The Covered Wagon" (1924) von James Cruze. Für die letztgenannte Arbeit geht sie in die Filmgeschichte ein als einzige Cutter/in der Stummfilmzeit, an die man sich - neben der Russin Esfir Schub - erinnert. Zugleich beginnt sie Drehbücher zu schreiben.

Sie scheint aber auch nicht die landläufig zu erwartenden Probleme einer Frau in Hollywood gehabt zu haben, im Gegenteil, sie gilt, zumindest für Robert Wise, der an ihrer späten Ehrung durch die Directors Guild 1974 teilnimmt, als Vorreiterin einer unabhängigeren Regiearbeit in Hollywood. Allerdings entspricht auch ihr Auftreten nicht ganz dem von einer Frau erwarteten: immer trägt sie graue Anzüge oder Kleider, das Haar straff zurück gebunden. Ihr Zusammenleben mit der Choreographin Marion Morgan, die 1940 die Choreographie zu dem Musical "Dance, Girl, Dance" übernimmt, gehört zu den offenen Geheimnissen Hollywoods. So beschäftigen sich auch ihre Filme oft mit den Rollen, die traditionell der Frau zugeschrieben werden. Bei einigen unter ihnen ist diese Thematik bereits im Titel festgelegt: "Sarah and Son", 1930 (Mutterrolle) "Nana" 1934 (Prostitution), "Craig's Wife" 1936 (Ehefrau), und "The Bride wore Red" 1937 (Braut). Filme, die nicht nur diese Rollen thematisieren, sondern auch ihre bisherige Darstellung auf der Leinwand problematisieren, da zugleich auch das Spektakel im Zentrum steht. Alle diese Filme enden mit einem Happy-End im Sinne der vorgeschriebenen Rollen von Frau und Mann, respektive der (Wieder-) Einreihung der Frau in diese Rolle. Arzner versteht, so Ginette Vincendeau, die "Weiblichkeit als Ort des Kampfes" . Dabei wird das Spektakel der Höhepunkt weiblicher Repräsentation (wie z.B. in "Nana", oder "The Bride wore Red").

Nichtsdestotrotz kann man Dorothy Arzner nur schwer als feministische Regisseurin im heutigen Sinne bezeichnen, sie war ein funktionierender Teil der Maschinerie Hollywoods, fähig, A-Filme zum Preis von B-Filmen zu drehen und das mit einigen der größten Stars ihrer Zeit: Claudette Colbert, Frederic March (den sie selbst zum Star macht, ebenso wie Rosalinde Russell mit "Craig's Wife"), Joan Crawford, Katherine Hepburn und andere.

Nach ihrem letzten Film entwickelt sie einen der ersten Lehrgänge für Regie, dreht Instruktionsfilme für den "Womens Army Corps" im zweiten Weltkrieg, in den 50er und 60er Jahren inszeniert sie über 50 Werbe-TVSpots mit ihrer Freundin Joan Crawford in der Hauptrolle. Die letzten Jahre unterrichtet sie Film an der University of California in Los Angeles (UCLA).
Am 01.01.1979 stirbt sie in ihrem Haus in La Quinta an den Folgen eines Autounfalles.
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