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Herstory 1971 bis 1996:
 600 v. Chr. bis 1969     1971 bis 1996     1997 bis 2004
1971: In Berlin gründen Frauen eine schwule Frauengruppe innerhalb der HAW (Homosexuelle Aktion West-Berlin). Später nennen sie sich LAZ (Lesbisches Aktionszentrum) und trennen sich von den Schwulen. Das LAZ besteht bis 1982.
1972: Die Lesben der HAW veranstalten in Berlin - noch gemeinsam mit den Schwulen, jedoch in separaten Räumen - das erste Pfingsttreffen. 1974 findet es zum ersten Mal ohne die Schwulen statt. Das Lesbenfrühlingstreffen, wie es heute heißt, wandert seit 1979 durch verschiedene Städte und zieht immer noch Tausende von Besucherinnen an.
1973: Im dänischen Femų findet das erste Frauen-Lesben-Camp statt, das bis heute jährlich von Juli bis August auch von vielen deutschen Lesben besucht wird. Als erste Lesben- und Schwulenorganisation der DDR wird die HIB (Homosexuelle Interessengemenschaft Berlin) gegründet. 1976 wird der HIB die Aufnahme ins Vereinsregister der DDR verwehrt, ab 1978 ist sie de facto verboten.
Spinnboden - Archiv zur Entdeckung und Bewahrung der Frauenliebe, das erste deutschsprachige Lesbenarchiv, wird in Berlin eröffnet.
1974: Der Mordprozeß in Itzehoe gegen das Lesbenpaar Marion Ihns und Judy Andersen wird von einer beispiellosen Medienkampagne gegen Lesben begleitet und mobilisiert zahlreiche Frauen zu Protestaktionen.
Die Ausstrahlung des TV-Films Und wir nehmen uns unser Recht über das LAZ führt dazu, dass noch im selben Jahr autonome Lesben-Gruppen in der ganzen Bundesrepublik entstehen.
1975: In München eröffnete Lillemor, der erste Frauenbuchladen in Deutschland.
Der Coming-out-Roman Häutungen von Verena Stefan, der ausschließlich durch Mundpropaganda bekannt wird, erreicht innerhalb eines Jahres eine Auflage von 44.000. Bis heute sind rund 250.000 Exemplare verkauft worden.

1976: In den USA treffen sich 2000 Frauen zum ersten Mal auf dem Michigan Womyn's Music Festival, das heute mit rund 9000 Besucherinnen das größte Lesbentreffen der Welt ist.
1979: Einige hundert TeilnehmerInnen demonstrieren in Berlin und Bremen bei den ersten bundesdeutschen Christopher Street Day-Demos. Lesben spielen dabei allerdings noch keine große Rolle. In Köln feiern Lesben und Schwule den Gay Freedom Day.
In Washington, D.C./USA nehmen 100.000 Menschen an der größten Lesben- und Schwulendemo, die es jemals gab,teil.
1982: Als erste bundesweite Organisation lesbischer Frauen wird der Lesbenring e.V. gegründet.
In Leipzig ensteht der erste Arbeitskreis Homosexualität der DDR. Er zieht die Gründung zahlreicher weiterer Gruppen nach sich, so in Berlin, Dresden, Erfurt und Magdeburg.
Die Berliner Gruppe Lesben in der Kirche ist bis Mitte der achtziger Jahre die einzige rein lesbische Gruppe in der DDR.
1983: Im Hunsrück wird das Frauen/Lesben-Widerstandscamp gegründet. Bis 1993 bietet es während der Sommerferien Raum für Diskussionen innerhalb der Lesbenbewegung.
1985: 2500 Lesben aus ganz West-Deutschland treffen sich in Berlin zur ersten Lesbenwoche. Die Lesbenwoche, die danach jährlich während der Herbstferien stattfindet, wird zum Forum der Lesbenbewegung. Die regelmäßigen Konflikte - über Behindertenfeindlichkeit, Rassismus und zuletzt die Frage nach der Teilnahme von Transsexuellen - führen Mitte der neunziger Jahre dazu, dass die Teilnehmerinnen-Zahlen drastisch sinken und die Weiterexistenz der Lesbenwoche regelmäßig in Frage gestellt wird.
Das 1. Frauenfest der Lesben des Kirchlichen Arbeitskreises Homosexualität findet in Dresden statt. In den folgenden Jahren gibt es auch in Jena und Leipzig Lesbentreffen.
In Köln werden die ersten Sappho-Kulturtage veranstaltet.
1986: Nach der Auflösung des HIB (Homosexuelle Interessengemeinschaft Berlin) ist der neugegründete - und heute noch existierende - Sonntags-Club die einzige Lesben- und Schwulenorganisation der DDR.
1987: Als erste offen lesbische Abgeordnete zieht Jutta Oesterle-Schwerin für die Grünen in den Bundestag ein.
In Dresden gründet sich eine lesbisch-schwule Arbeitsgruppe mit den Namen GEREDE.
1988: In Halle/Saale wird erstmals auf einem evangelischen Kirchentag in der DDR ein eigenes Forum für Lesben angeboten. Bisher waren die Lesben auf kichlichen Veranstaltungen nur außerhalb des offiziellen Programms und meist gemeinsam mit Schwulen aufgetreten.
1989: Der rot-grün regierte Berliner Senat richtet das bundesweit erste Referat für gleichgeschlechtliche Lebensweisen ein. Leiterin ist die lesbische Frauensenatorin Anne Klein.
Am 1. Oktober führt Dänemark als erstes Land der Welt die registrierte Partnerschaft für homosexuelle Paare ein.
1993: Die Weltgesundheitsorganisation WHO streicht Homosexualität von ihrer Internationalen Liste der Krankheiten.
Das Bundesverfassungsgericht lehnt die Verfassungsklage, mit der das Recht der Lesben und Schwulen auf Eheschließung eingeklagt werden soll, ab.
1994: Brandenburg wird das erste deutsche Bundesland, dessen Verfassung ein Antidiskriminierungsgesetz für Lesben und Schwule enthält. Ein Jahr später folgt Berlin.
LIS - Lesben in Sicht geht im Offenen Kanal Hamburg auf Sendung und ist das einzige Lesbenmagazin im deutschen Fernsehen.
1995: Die Begriffe Lesben und sexuelle Orientierung finden erstmals Eingang in offizielle Dokumente der Vereinten Nationen.
Auf der Weltfrauenkonferenz in Peking versuchen der Vatikan und einige Staaten, wie der Iran, Sudan und Jemen zu verhindern, dass das von Lesben geforderte Konzept der sexuellen Rechte in den Katalog der Menschenrechte und in die Abschlußdeklaration aufgenommen wird. Die Formulierung lautete schließlich, dass Frauen das Recht auf freie und verantwortungsvolle Kontrolle und Enscheidung über die Dinge [haben], die mit ihrer Sexualität zu tun haben, einschließlich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit, frei von Zwang, Diskriminierung und Gewalt.
1996: In Berlin öffnet Deutschlands erste betreute WG für lesbische Mädchen.
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