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Greatest Love of all (Teil 1) von Katha
Eigentlich weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll. Innerlich fühle ich mich so zerrissen und zerbrochen. So sehr ich mir auch eine neue Beziehung wünsche, bin ich momentan an einem Punkt angelangt, an dem mich keine Frau der Welt erreicht. Nie hätte ich gedacht das ausgerechnet mir einmal sowas passiert. Nachdem was mir mit meiner ersten Beziehung passiert ist bin ich mir überhaupt nicht sicher ob es sich lohnt überhaupt nochmal soweit zu gehen.
Wir lernten uns per Kontaktanzeige kennen. Wöchentlich folgten die E-Mails auf die ich mich jedesmal wie ein kleines Kind freute. Sie war echt eine Frau der besonderen Art. Wir schrieben über Gott und die Welt, das war es, was ich daran schätzte, sie war nicht eine von denen die gleich ein Bild wollte um dann zu entscheiden ob sie mir überhaupt nochmal schreibt. Ihr war es genau so wie mir wichtig, unabhängig ersmal von der Optik, das man auf einer Wellenlänge ist und ob man die gleiche Weltanschauung hat usw.Im laufe unserer Gespräche schrieb ich ihr das ich eine kleine Tochter habe und das ich es so empfand, das viele ein Kind als Hindernis ansehen. Nach ihrem reden war das für sie kein Problem, schließlich möchte sie selber auch ein Kind haben. Sie schlug vor , das wir uns mal treffen sollten. Wir verabredeten uns also.
Es kam wie es kommen musste, meine kleine wurde ausgerechnet zu dem Zeitpunkt krank. Also bat ich sie das Treffen um ein paar Tage zu verschieben.Ihre Reaktion darauf konnte ich allerdings nicht verstehen. Sie war sauer und hatte überhaupt kein Verständnis dafür. Ich musste mir anhören, das ich schließlich nicht die erste sei die sie enttäuscht wenn es ernst wird. Schon in diesem Moment hätten bei mir alle Alarmglocken läuten müssen. Ich wollte sie wirklich treffen und das mein Kind ausgerechnet da krank wurde konnte ich ja nicht ahnen. Also trafen wir uns dann 3 Tage später. Inzwischen ging es meiner kleinen wieder gut, das Fieber war weg.
Wir waren den ganzen Tag unterwegs, unterhielten uns, es war einfach schön. Ein Schuhladen wurde dann zu unserem Verhängnis. Eine Woche später trafen wir uns wieder, nachdem sie mir sagte das sie mich gern wiedersehen würde. Mir ging es ja genau so, nur traute ich mich nicht ihr das zu sagen. Diesmal gingen wir ins Thermalbad. Es war einfach schön mit ihr zusammen zu sein. Trotzdem das schwerste stand mir noch bevor. Sie wusste das ich ein Kind habe, aber sie wusste nicht das ich noch verheiratet bin. Aus Angst das sie nichts mehr mit mir zu tun haben will, oder denken könnte ich sei nur auf der Suche nach einem netten Experiment traute ich mich nicht ihr das zu sagen. Sie war für mich nie ein Experiment, ich hatte mich von oben bis unten und von links nach rechts in sie verliebt, also sagte ich ihr das was sie noch nicht über mich wusste. Zum Glück reagierte sie nicht so wie ich es mir im schlimmsten Fall ausgemalt hatte.
Unsere Zeit im bad neigte sich dem Ende zu. Nachdem wir wieder Straßentauglich gekleidet waren gingen wir noch zum Italiener. Als wir das Lokal verließen konnten wir uns nicht so richtig trennen, ich weiß nicht wie lange aber ich glaube es war eine halbe Ewigkeit die wir auf dem Parkplatz standen. Es war kalt und irgendwann began es auch noch leicht zu regnen aber das war egal. Wir hatten uns und das zählte. Schleißlich "zogen" wir dann doch irgendwann in ihr Auto um. Stundenlang unterhielten wir uns, irgendwann berhührten sich unsere Hände und als es schon fast wieder hell war küssten wir uns zum ersten mal.
In dem Moment wusste ich nicht wie mir geschah und ich glaube ihr ging es genau so. Danach verließ ich fast fluchtartig ihr Auto. Ich wusste was ich wollte und zwar sie und ich war auch bereit alles dafür zu tun.Das das nicht ganz einfach werden würde war mir klar, aber das was dann kam hätte ich mir nie träumen lassen.
Die erste Zeit mit ihr war wirklich schön, bis sie anfing mich unter Druck zu setzen. Als wir uns kennenlernten waren wir beide nicht geoutet. Das das natürlich kein Dauerzustand bleiben sollte war uns beiden klar. Sie hatte genau so Angst davor wie ich, wie werden ihre Eltern reagieren ihre Freunde usw. Für mich war es auch nicht ganz einfach. Meine größte Angst war, das sich meine angeheiratete Familie von mir abwendet und ich plötzlich mit meiner Tochter alleine dastehe. Das wäre eine Katastrophe gewesen, nicht wegen mir, aber wäre plötzlich die Unterstützung in sachen Kinderbetreuung weg gewesen hätte ich meinen Job aufgeben müssen und wäre so vom Staat abhängig gewesen und das wollte ich auf gar keinen Fall. Für meinen Lebensunterhalt möchte ich selber aufkommen können. All das habe ich ihr erklärt aber immer und immer wieder drängte sie darauf das ich endlich "reinen Tisch" machen sollte. Auch sie hatte ja große Angst vor dem was kommen würde wenn sie sich outet. Ihre größte Angst war ihre Familie zu verlieren. Ich habe ihr immer gesagt das ich mit allen Konsequenzen zu ihr stehe und sie soll sich die Zeit nehmen die sie braucht. Ich liebte sie und sie war eh schön unglücklich mit der Situation, warum sollte ich da noch mehr Druck auf sie ausüben. Umgekehrt war das leider nicht so, sie setzte mich weiter unter Druck, nahm sich aber gleichzeitig von anfang an das Recht heraus, den Zeitpunkt ihres outings selbst zu bestimmen.
Woche für Woche war es Thema und mit jeder Woche die verging, hatte ich das Gefühle das sie immer mehr litt, aber wie hätte ich ihr helfen können? Ich versuchte so gut es ging den Druck, dem sie sich selber aussetzte von ihr zu nehmen und sagte ihr immer wieder das ich egal was kommt zu ihr stehe. Der Druck ihrereseits auf mich wurde immer größer, innerlich fühlte ich mich immer schlechter. Auf der einen Seite wollte ich sie nicht verleiren weil ich sie liebte auf der anderen Seite konnte ich zu diesem zeitpunkt nicht absehen in welcher Situation ich mich wiederfinden würde wenn ich "reinen Tisch" mache. Sie war gerade dabei ihren beruflichen Auslandsaufenthalt vorzubereiten und das war auch für mich ok. Ich hätte nicht gewollt das sie dieses Jahr für mich aufgibt auch wenn sie es getan hätte. Und so wäre ich auf jeden Fall ein Jahr auf mich allein gestellt gewesen.
Zudem muss man noch wissen, das ich quasi doppelt unter Druck stand, denn mein noch Mann drohte mir mit Selbstmord wenn ich ihn verlassen würde. Es war eine emotionale Zwickmühle. Ich wusste nicht was ich tun sollte, egal was ich tun würde, irgendwie wäre alles falsch gewesen. Die perfekte Lösung gab es nicht und das war für mich als Perfektionist das allerschlimmste. Es fraß mich innerlich auf. Auch sie merkte das mich die ganze Situation sehr belastete. Sie hörte mir zu, gab mir aber gleichzeitig zu verstehen daß sie Schluß macht wenn ich mich nicht endlich outen würde, dabei war sie es ja selbst noch nicht.
Aus liebe tat ich schleißlich was sie verlangte. Auch sie sprach endlich mit ihrer Mutter. Zum Glück waren die Reaktionen den Umständen entsprechend erstaunlich gut. DAs das Thema outing nur der Anfang einer Druckwelle ihrerseits auf mich war ahnte ich nicht. Mehr und mehr wuchs der Druck auf mich. Sie nahm sich Freiheiten heraus die sie mir nicht zugestand. Es ging schon beim Sport los. Mindestens 2 mal die Woche ging sie ins Training. Sie sagte sie braucht den Sport als ausgleich, kann ich verstehen, geht mir genau ja nicht anders. War ich aber mal im Training was bei meinen Arbeitszeiten eh selten vorkam und sie ausgerechnet da mit mir sprechen wollte hieß es ich sein nie da wenn sie mich braucht. Das stimmte nicht. An den Wochenenden waren dann ihre Spiele, zu denen ich nie kommen durfte bzw. wollte sie es nicht weil sie ja noch nicht komplett geoutet war und ich akzeptierte das. Ich liebte sie und wollte sie mit meinem erscheinen nicht in Schwierigkeiten bringen.
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