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Schwer darüber zu sprechen - Im so in love von Peppi33
Ich war Anfang 20, bin jedes Wochenende in der
Techno-Szene unterwegs gewesen. Mein Bekanntenkreis war
riesig, zum Party-machen fanden sich immer Leute, aber
gute Freunde gab es lediglich 2. Eines sonntagmorgens
habe ich mich mit einer Freundin und 2 schwulen
Freunden in einem Kölner After-Hour-Café zum Brunch
getroffen. Ein Kellner kam an unseren Tisch und fragte:
"Seid ihr alle Heten?" Wir guckten uns etwas verdutzt
an und ich antwortete: "Die 2 Jungs nicht, aber wir
Mädels schon. Warum?" Der Kellner meinte dass ich
seiner Kollegin, die an der Theke arbeitete,
aufgefallen sei. Und wenn ich auch Interesse hätte,
sollte ich sie doch ruhig ansprechen. Ich schaute zur
Theke und sah eine kleine, schlanke, blondhaarige Lady
mit sportlichem Kurzhaarschnitt und sehr feminin.
Später ließ ich meine 3 Begleiter bezahlen und schon
mal vor die Tür gehen, ich selbst trödelte ein wenig
rum um allen Mut zusammen zu nehmen und die
Interessierte anzusprechen. Ich brachte in Erfahrung
dass sie bis mittags arbeiten muss und fragte sie ob
sie nicht Lust hätte, später in den Club zu kommen, zu
dem wir nun wollten. Dort tauchte sie tatsächlich
nachmittags auf, hatte aber nicht viel Zeit
mitgebracht. Wir plauderten ein wenig und ich bekam
ihre Tel.-Nr. Es vergingen fast 3 Monate bis ich mich
traute sie anzurufen. Wir trafen uns und ich wusste
endlich was ich die ganzen Jahre zuvor bei den kurz
andauernden Beziehungen mit Männern vermisst hatte. Es
war dieses Kribbeln, das Glücklichsein, ich konnte auf
der Arbeit keinen klaren Gedanken mehr fassen, hätte es
am liebsten jedem erzählt und laut in die Welt hinaus
geschrien. Nach 4 Monaten war alles schon wieder
vorbei, denn sie erzählte mir dass sie eine Partnerin
hat, mit der lief es wohl z.Zt. nicht so rosig. Für ein
Abenteuer bzw. eine Dreiecksbeziehung war ich mir aber
auch zu schade.
Nun bin ich 33 Jahre und lebe seit 6 Jahren mit der
Liebe meines Lebens zusammen. Wir haben uns beim Sport
kennengelernt. Ich fand sie von vornherein klasse, sie
war so selbstbewusst und lebensfroh, brachte mich
ständig zum Lachen. Es gab Höhen und Tiefen in unserem
Leben, die wir gemeinsam gemeistert haben. Unsere
Nachbarn und Freunde akzeptieren uns. Trotzdem habe ich
immer noch Hemmungen, Fremden gegenüber offen von uns
zu erzählen. Im Büro habe ich es leider auch noch nicht
konkret ausgesprochen, aber jeder weiß dass ich mit
einer Frau zusammen wohne und jeder der unsere Wohnung
und das Schlafzimmer mit EINEM Ehebett sieht, denkt
sich seinen Teil.
Es ist schade dass ich immer noch solche Hemmungen
habe, über mein lesbisch-sein zu sprechen, denn
mittlerweile weiß ich was wahre Liebe ist!
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